Wo keine Daten, da kein Wildschweinproblem

(Kommentare: 3)

In Oberösterreich wird seit Jänner medienwirksam dem Wildschwein der Kampf angesagt. Agrarlandesrat Max Hiegelsberger, Landwirtschaftskammerpräsident Frariz Reisecker und Landesjägermeister Josef Brandmayr haben in einer Pressekonferenz dazu aufgerufen, einzugreifen, "bevor es Probleme gibt". Probleme wie in Bayern und Niederösterreich, die ihnen aufgrund der Schwarzwildschäden als Negativbeispiele dienen. Zum Vergleich: Mehr als 20.000 Stück Schwarzwild erlegten die Jäger in Niederösterreich alleine im Jahr 2013. In Oberösterreich wurden nur 1245 Tiere erlegt.

Der Geschäftsführer des Niederösterreichischen Landesjagdverbands, Peter Lebersorger, sieht es locker. "Dort, wo Wildschweine sind, gibt es immer Schaden." Allerdings habe man den Höhepunkt der Schwarzwildplage bereits vor zwei Jahren registriert. Die Lockerheit liegt vielleicht auch daran, dass es, was die "Riesenschäden" angeht, die man in Oberösterreich vermeiden will, in Niederösterreich kaum Daten gibt. Denn das Schadensersatzsystem liegt außerhalb der Statistik. Landwirte, die Schäden entdecken. können diese den zuständigen Jagdausübungsberechtigten melden. Können sie sich nicht über die Kompensation einigen. kommt der Streit zu einem Schlichter. Erst dann wandert die Sache vor die Bezirkshauptmannschaft und vor Gericht. Und ein Jäger wird kaum irgendwo melden, wenn er freiwillig gezahlt hat. "In 3200 Revieren hatten wir nur 20 Fälle, bei denen Schlichter gebraucht wurden, vor Gericht gibt es keine Fälle", sagt Lebersorger - ein großes Problem könne dies also nicht sein. Auch dem Wunsch einiger Jäger, Nachtsichtgeräte auf ihren Waffen verwenden zu dürfen, um die notorisch schwer aufzustöbernden Schweine zu erwischen - derzeit ist das gesetzlich verboten -, kann Lebersorger nichts abgewinnen. Das seien Jäger, die es "gemütlich" haben wollen. Die Maßnahmen, die bei Schwarzwild angewendet werden dürfen, 'würden vollkommen ausreichen. Während es also in Oberösterreich mit Infokampagne, Maßnahmenkatalog und Ausbildung für die Jäger der Wildsau ans
Fell geht, heißt es in Niederösterreich nur: "Jetzt gehört intensiv gejagt." Na dann!

Quelle: Wirtschaftsblatt vom 04.02.2015 melanie.manner@wirtschaftsblatt.at

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Peter Klapal

Von: Peter Klapal

Am:

Um: 16:22

hatte heute früh 5 Wildschweine im Garten

Wolfgang Matzinger

Von: Wolfgang Matzinger

Am:

Um: 15:52

Eine Tatsache weshalb die Situation bezüglich Schwarzwild über der Enns besser ist, ist dass es in Oberösterreich meines Wissens nach keine Schwarzwildgatter gibt. Eines von den vielen Niederösterreichischen Schwarzwildgattern grenzt direkt an mein Jagdrevier und somit konnte ich im Laufe der Jahre eine Menge Erfahrung darüber sammeln. In den 70 er Jahren in einem fast schwarzwildfreien Gebiet errichtet, konnte schon wenige Jahre später vermehrt ausgebrochenes Schwarzwild in freier Natur bestätigt werden. Ich konnte selbst 1982 in einem benachbarten Revier bei der Erlegung der ersten Wildsau dabei sein. Es war unter den Jägern ein riesen Auflauf und die Erlegung des ersten Stückes wurde groß gefeiert. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte sollte noch viel Schwarzwild von diesem Zuchtgatter in die umliegenden Gebiete (bis 50 km im Umland - keine Entfernung für Schwarzwild) entweichen. Vielfältige Ursachen wie der rostende Zaun, umfallende Bäume oder das Aufschneiden des Zaunes durch schwarzwildbegeisterte Jäger taten ihr übriges. Ab 2010 begann unsere "Jagdliche Elite" das Schwarzwild als Problemwild zu bezeichnen, und die Schwarzwildstrecken erreichten Höchstmarken. Statt sich sowie in Oberösterreich eine Strategie zur Lösung des Schwarzwildproblems zu überlegen, frönt unser Niederösterreichischer Landesjägermeister Josef Pröll zur selben Zeit der Gatterjagd. Während der Niederösterreichische Durchschnittsjäger immense Zeit für die Schwarzwildbejagung aufwendet, veranstaltet die "Jagdliche Elite" auf extra gezüchtetes Schwarzwild eine Treibjagd. Der Erfolg eines solchen Jagdtages, eine Rekordstrecke von 93 erlegten Stück Schwarzwild auf 240 ha und wieder viele in Panik durch den Zaun entflohene Wildschweine. Meiner Meinung nach ignoriert unser Noe Landesjägermeister das Schwarzwildproblem, oder hat den Ernst der Lage noch nicht erkannt.

Ökologischer Jagdverband

Von: Ökologischer Jagdverband

Am:

Um: 14:35

Nicht zuletzt durch das Engagement einzelner engagierter Ökojäger ist das Thema Schwarzwild und Jagdgatter in den Mittelpunkt politischer Diskussion gerückt. Laut ORF NÖ kommt es zu massiven Änderungen im Jagdgesetz:
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